herbstelfe

Vor einigen Tagen habe ich hier eine wunderbare Grafik gefunden, für den Tourismus absolut treffend. Wir wollen vor lauter Begeisterung über all die schönen Dinge in unserem Betrieb und unserer Destination erzählen, dabei denken wir viel zu selten darüber nach, worum es unseren potentiellen Gästen wirklich geht.

Dieses „Mehr und mehr, egal wovon“ ist noch ein Ausläufer der Nachkriegsgeneration, in Zeiten des Mangels war es eine durchaus erfolgversprechende Lebensstrategie. In Zeiten des Überflusses, wo Menschen Orientierung im Angebotsdschungel der Reisedestinationen suchen, ist die Reduktion eine Strategie, die von manchem Marketingexperten empfohlen wird.

Mit einem mulmigen Gefühl haben wir uns vor einem Jahr auf diese Reduktion eingelassen. Die Bewerbung eines Herbstangebotes präsentiert auf 4 Hauptsujets „Die HeuART Elfen im Reigen der 4 Jahreszeiten“ kein Logo, kein Bild unserer Landschaft, keine Auflistung wieviele schöne Wander- und Einkehrmöglichkeiten es hier gibt, nur 4 Bilder und ausreichend Information.

Die Kostüme wurden kreiert von Harry Gwechenberger, fotografiert hat Joachim Bergauer.  Bereits letztes Jahr haben wir von Gästen und Einheimischen viel Positives über die Werbung gehört. Nun wurde sie auch 2-fach mit dem Salzburger Landespreis für Werbung, Design und Kommunikation in den Kategorien „Beste Fotografie“ und „Out of Home“ ausgezeichnet.  Kann ein Hotel oder eine Destination mit der Strategie „Unsere Kommunikation ist bereits Teil des Urlaubs“ erfolgreich sein? Gelingt sowas auch jenen, die nicht im Premiumsegment anbieten? Was ist mit den Schnäppchenjägern, immer auf der Suche nach „dem besten Deal“?

Übrigens – welche Elfe repräsentiert eigentlich welche Jahreszeit?

FrühlingselfeWinterelfeSommerelfe

… der Blog tuckert immer noch über die Startbahn, er will nicht aufgeben!!! Klaus Eck hat bei der letzten Tagung der österr. Tourismusmanager wertvolle Tipps mitgegeben. Aber nicht genug – jetzt wollen wir die praktische Umsetzung für diese wunderbare Ferienregion mit einem Profi realisieren, Ed Wohlfahrt (den ich übrigens noch nie persönlich kennengelernt habe 😉 freu mich schon) wird uns Mittwoch 9.00 h ins Cockpit schnallen, danach kurz die Instrumente erklären und dann starten wir durch. Sind eh schon alle aufgeregt was uns da erwartet…

Und wer weiß, vielleicht wird auch dieses Tagebuch davon profitieren… Und jetzt noch der Hinweis auf zwei wunderbare Damen die mir in letzter Zeit untergekommen sind. Julia Singer hat im Rahmen ihrer Diplomarbeit ein beachtenswertes Storytelling Projekt realisiert undUte Hamelmann alias Frau Schnutinger produziert Podcasts und Cartoons wie die Kaninchen ihre… Danke für Eure Inspiration

Seit vielen Jahren beschäftige ich mit Geschichten im Marketing – Storytelling – wie das im Englischen so schön heißt. Ein ganzes Dorf an eine Firma „zu vermieten“, „Zahlen Sie, was Sie wollen“ waren einige erfolgreiche Tourismusprojekte die realisiert wurden. Was aber, wenn sich die Urlauber nicht an den Inszenierungs-Stundenplan des Tourismusverbandes halten? Entscheidungsgrund genug, sich darüber im Rahmen der MBA-Thesis den Kopf zu zerbrechen. Eine folgenschwere Entscheidung die viel Frust, Verzweiflung, Hass aber letztlich auch Kampfgeist zur Finalisierung hervorgebracht haben. Thank´s to Peter Williams aus Vancouver der mir als Mentor zeigte, wie man mit Kritik fordert und fördert, danke vor allem meiner Frau und meinen beiden Jungs denen ich den Sommer versaut habe, sie mich aber trotzdem in die Ferien mitgenommen haben.

Die ganze Theorie in der Praxis testen und weiterentwicklen steht jetzt am Programm. Abgesehen von den schönen Werbetexten und -bildern bin ich also auf der Suche nach besonderen „Geschichten des Lammertals“ die einerseits Gäste motivieren uns zu besuchen und andrerseits Besuchern vor Ort besondere Erlebnisse garantieren.Losegg_3sat

Die Nachkriegsgeneration war auf der Suche nach heiler Welt, die Heimatfilmromantik bescherte Österreichs Sommertourismus in den 70iger Jahren eine großen Aufschwung. Rassante Veränderungen kennzeichnen die heutige Welt,  Sinnsuche und Orientierung im täglichen (Konsum) Leben spielen eine  zentrale Entscheidungsgrundlage. Urlauben, wo der Mensch sich als Teil eines größeren Ganzen sieht….

starwood second life

Viruelles Konzept von W-Hotels

Er sei der bekannteste Technologie-Prognostiker der Gegenwart, und er hält wenig von Methoden – so beginnt gdi impuls winter 2006 den Artikel über Paul Saffo. Der amerkikanische Zukunftsforscher ist überzeugt, dass Meetings nachwievor Menschen in die Flugzeuge und nicht ausschließlich vor den Bildschirm bringen. Ebenso überzeugt ist er auch, dass MUD´s (Mulit-User-Dimension) das nächste große Ding im Internet werden. Nicht Methoden sondern der gesunde Menschenverstand und konzentrierte Beobachtung sind für seine Arbeit erfolgsentscheidend. Und er behauptet dass letztendlich die Menschen entscheiden, was sich am Markt durchsetzt – die ersten MUD´s hat es bereits 1980 gegeben – >>Club Caribay<< der Unternehmer ist mit dem Projekt gescheitert und…. Steve Case gründete eine E-mail Firma (AOL) und wurde erfolgreich.

Vielleicht sollte ich ein Dachstein-West-Ski-Resort in Second Life gründen (vg. Starwood), dort virtuelle Skirennen wie z.B. ORF Ski Challenge zu veranstalten. Die Sieger werden dann in der realen Welt eingeladen, das Linden-Dollar-Startgeld der restlichen Teilnehmer wird bei einer etwaigen Urlaubsbuchung angerechnet. Oder wir veranstalten jeden Dienstag Abend eine „ski & mate hour“ mit Verabredung zum romantischen Wochenende in der realen Welt. Wenn ich nur wüsste, wieviele Second Life Teilnehmer für uns relevant sind….

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Wenn man gerade dabei ist, ein neues Eventerlebnis aufzubauen schmerzen Rückschläge doppelt. Trotzdem, ein kühler Kopf und die pragmatische Abwägung von Fakten und Finanzen gehört zum professionellen Eventmanagement. Also haben wir schweren Herzens beschlossen den white trail lammertal 07 abzusagen.

Nichtskiläufer (immerhin mehr als 85 Prozent der Europäer) für Wintersport zu begeistern ist das Ziel, dazu braucht es neue Inszenierungen als Alternativen zum Rennsport und zum Alpenballermann. Wenn heute Rainer Schönfelder nackt die Lauberhorn Abfahrt hinunterbrettelte ist das ja schon ein witziger Gag, für eine nachhaltige Entwicklung sollten wir Touristiker vielleicht auch noch die Bücher von Konrad Lorenz lesen. Wenn Kleinkinder bereits eine positive Prägung zum Thema Schnee erfahren, dann ist die Zukunft des Wintertourismus gesichert. Und ein warmer Winter ist ja noch nicht das Ende des Wintertourismus…. also, vielleicht bis zu whitetrail lammertal im Jänner 2008