Hotelmatrix von Google
Hotelmatrix von Google

Daniel von Tourismuszukunft ist auch am Sonntag fleissig. Soeben hab ich seinen Artikel über ein neues Produkt aus dem Google Labor gelesen – Google Squared. Google liefert hier anstelle der bekannten Ergebnisliste eine Matrix, einzelne Vergleichskriterien können vom User selbst hinzugefügt werden.
Habe das Tool mit Salzburg und Wien ausprobiert – auch die Anzahl der Suchergebnisse kann vom User beliebig erweitert werden.

Fazit:
Über Google Branchensuche werden Hotels, Ferienwohnungen usw… übersichtlich in der Karte angezeigt.
Über Google Squared werden weitere, individuelle Parameter verglichen – Preis, W-Lan, Services, etc…
unter „Type your own“ kann der User sogar selbst Vergleichsparameter erstellen.

Heute zwar noch wenig Content, morgen aber durchaus interessant.

Fragen:
Was muss getan werden, damit alle Betriebe eines Ortes in der Suche aufscheinen? vgl: Hotels Abtenau
Wie müssen die Betriebe ihre Daten ins Netz stellen damit Vergleichsparameter mit Content gefüllt werden?
Bei manchen Betrieben geht der Link auf die Hotelwebseite, bei anderen auf Tripadvisor oder Onlineplattformen von Intermediären, warum?

uhr

Bild: ToniVc | http://www.flickr.com/photos/tonivc/2283676770/

Menschen finden andere Menschen oft sympathisch, wenn diese ähnlich sind wie sie selber. Und wenn ich einen Artikel lese, der meine (bereits vorhandene) Meinung unterstützt, dann find ich das ganz oft ganz super. So wie jetzt gerade bei Steve Rubel.

Gerade noch haben wir Touristiker (ok, nicht alle) übereinstimmend festgestellt, Google ist DIE Destination bei der Informationssuche und dann, Gast – ab auf die eigene Destinations- oder Hotelwebseite. In der täglichen Arbeit ist das super, weil das kann man gut outsourcen. Die Internetagentur baut die „eDestination“ und weil sie das so gut kann, optimiert sie auch noch das Ranking bei den Suchtreffern.

Und jetzt soll das alles anders werden?

… im Obama Land besuchten im März die Menschen „111 domains and 2,500 web pages“ und verbrachten dort 56 Sekunden
(ich mag MAFO Ergebnisse, sind immer so exakt)

…von 75 Stunden online verbringen die User 12 Stunden auf Portalen und Suchmaschinen

… und 4-5 Stunden auf Seiten, die von Menschen & Beziehungen getrieben sind (Wikipedia, Facebook, Youtube)

In der gestrigen Pause des grandiosen Vortrags von Irene Peer im Rahmen des etourism Projektes erzählten mir Vermieter von Familienbetrieben:

… weißt du, ich hab nie Schreibmaschine schreiben gelernt, das dauert so lang bis ich was geschrieben hab….
… da sind dann immer wieder wieder so Ausdrücke, da muss ich wieder im Wörterbuch nachschauen, was das bedeutet….
… ich geh lieber raus, da ist es schöner als dauernd vor dem Kast´l zu sitzen…

Wir im Ösiland haben in einer (sehr peinlichen) Stunden-Diskussion in den letzten Wochen mitbekommen, dass auch andere Branchen ein Problem mit der Zeit haben.

Vielleicht wäre eine Lösung,  die Tagesteilung von 24 Stunden-Einheiten zu überdenken und eventuell auf einen Dreissiger Teiler zu erhöhen. Dann hätten manche von uns mehr Zeit zum Schreiben, andere könnten raus und hätten trotzdem noch Zeit, ins Kast´l zu schauen. Denn eines ist sicher -wir müssen noch viel mehr aufbrechen auf die: „Venues, where our consumers spend time“.

Und das kann man nur bedingt auslagern.

Habe gerade auf Wissenslounge dieses Video gefunden. Für mich ein weiteres, äusserst gelungenes Beispiel wie man Storytelling im Tourismus einsetzen kann. Wurde hier eine Produktmarke präsentiert, könnte ein Hotel mit solchen „Zimmerstories“ ausgezeichnet zeigen, wofür es steht und welche Erlebnisse es vorrangig bietet.

Über so ein Video könnte ein (Tourismus) Unternehmen auch wunderbar neue Mitarbeiter finden.  (übrigens, auch Tourismusorganisationen sind diesbezüglich kreativ)

Institutionen wie z.B. Wirtschaftskammer können die Attraktivität und das Image von Tourismusberufen mit dieser Methode positiv beeinflussen (Jamie Oliver Effekt – seit Köche als Popstars inszeniert werden, steigt die Nachfrage nach Kochlehren nachweislich)

Hier eine 0/8/15 Strukturhilfe für Instantstories:
Wer ist der Held der Geschichte? -> Welche Hürden hat er zu überwinden? -> Wer/was hilft ihm dabei? -> Happy End

into21 Freiluft-Jacuzzi, heinzjulen.com

Zuerst wurde ich hochgelobt und dann haben sie mich als looser der Nation dargestellt

sagte Heinz Julen beim gestrigen Tag der Tourismuswirtschaft im Alpin Palace in Hinterglemm.
Aber der Reihe nach. Dr. Reinhold Hauk von der Wirtschaftskammer Salzburg hat gestern gemeinsam mit Leo Wörndl und Werner Taurer (beide FH Salzburg) den rund 400 Besuchern keine leichte Kost geboten. Manche haben die Vorträge genossen, andere würgen sicher heute noch an den Aussagen und Einblicken der Referenten.

Matthias Imdorf, früher bei Steiner Sarnen, jetzt mit eigenen Büros in Luzern und Sofia, begann die Vortragsreihe „Erfolgreich inszenieren im Tourismus“ mit einer theoretischen Abhandlung des Themas Inszenierung. Wie er das ganze angeht wird hier noch zu lesen sein, genauso wie über die verwirklichten Träume des Otto Steiner.

„Artenschutz per Speisekarte“ war das Motto von Jürgen Krenzer. Im Vortragsstil eines „Powertalkers“ präsentierte er mit Witz und Engagement wie man durch Konzentration auf ein Thema „Rhönschaf“ Aufmerksamkeit schafft und wahrgenommen wird.
Konsequent zieht sich das Hauptthema durch alle Aktivitäten (KuschelSchafZimmer, Schlafen im Schäferwagen,…) des Betriebes. Jürgen Krenzer liebt es auf der Bühne zu stehen. Spricht jetzt ein gelernter Koch, ein Gastronom, ein Spinner, ein Management Guru oder ein Präsentationstechnik-Trainer? Man weiß es nicht genau. Ist aber auch egal, was rüberkommt ist auf jeden Fall inspirierend.

Über Leiden und Schmerz als Schaffensquelle referiert Heinz Julen (wie hießen seine Verwandten im Skizirkus mit Vornamen?)
Into the Hotel – ein Millionen Hotelprojekt, eine bewohnbare Skulptur, ein Traumkatalysator – wer das googelt, findet sicher viele Meinungen und Ansichten zu diesem Projekt. 7 Wochen nach der Eröffnung wurde das Vorzeigehaus von Zermatt wieder geschlossen – wohl die kürzeste Lebensdauer eines Hotels dieser Welt.

Ich will nicht was bauen, was keiner sieht. Ihr Österreicher kennt das ja auch, man baut ein Hotel aber ausschauen soll es so wie ein Stadel.

Emotionen schaffen, Träume auslösen und ökologische Benchmarks setzen – vielleicht gelingt es bei einem anderen Projekt länger, dann nämlich, wenn  eine Glas/Stahlkonstruktion das kleine Matterhorn um 117 m erhöht und es somit in die Familie der 4 000 aufnimmt. Lilo Solcher hat in ihrem Blog ein schönes Interview über Heinz Julen und sein Projekt geschrieben, Skizzen & Bilder zum Projekt hier >>

An die Organisatoren: Gratulation, Angebotsgestaltung ist die große Herausforderung in der Tourismusarbeit, solche Vorträge regen zum Denken an, das geplante Masterangebot an der FH bringt die entsprechenden Fachkräfte.