Enterprise 2.0 und die Relevanz für den Tourismus

Wieder einmal ein Blogpost, weiß der Kuckuck, wieviel Zeit seit dem letzten vergangen ist… – weils halt doch a bisserl aufwendig ist, diese Posts zu schreiben, aber das geschätzte(r) LeserIn kennt man ja, gell?

Web 2.0 – ich kann´s ja eh schon fast nicht mehr hören, hinter jedem Wort dieses Zweinull Anhängstl – dieses Web 2.0 hat also auch in die Organisationsentwicklung Einzug gehalten und dort heißt es: Enterprise 2.0!

Salzburg Research hat zu einer diesbezüglichen Fachtagung eingeladen und unter anderem den US Experten Dion Hinchcliffe als Referenten eingeladen. Üblicherweise treffe ich bei Fachveranstaltungen Touristiker oder Marketingexperten, diesmal ein ganz anderer Teilnehmerkreis – sehr spannend, womit sich Banker, Personalentwickler, Lehrer, Forscher… täglich auseinandersetzen (müssen).

Dion Hinchcliffe scheint ein Experte auf dem Gebiet Enterprise 2.0 zu sein. Er warnte davor, die technischen Web-Tools  isoliert zu betrachten und diese in bestehende Arbeitswelten und -abläufe zu integrieren. Vielmehr sei ein radikales Umdenken in der Arbeitswelt erforderlich.

Und dann ging´s ganz viel um die Natur von Netzwerken. Netzwerke würden mehr Wert schaffen, als es ein Einzelner bzw. ein einzelnes Unternehmen kann. Dies verlange auch eine neue Art der Führung, je mehr Kontrolle aufgegeben würde, desto mehr „Wert“ bekommt man ins Unternehmen zurück.

Dadurch entsteht auch eine neue Form der Offenheit und Transparenz, sowohl in Bezug auf die Unternehmen, vor allem aber auch in Bezug auf die Mitarbeiter. Können Unternehmenslenker mit dieser Offenheit bereits umgehen? Wollen die Mitarbeiter eigentlich als Person soweit in den Vordergrund gerückt werden?

Einen sehr gute, kompakte Zusammenfassung von der Tagung hat Michael Holakovsky geschrieben.

Für den Tourismus sind diese Entwicklungen nur bedingt neu. Dienstleistungen im Tourismus funktionieren schon lange als Co-Creation zwischen dem Produzenten (Wirt, Kellner) und dem Konsumenten (Gast). Und in dieser Rollenaufteilung war der Gast immer schon Ideengeber und Mitgestalter bei der Auswahl und Zusammenstellung „seines“ Produktes (Menüs).

Die Tourismuswirtschaft hat Entwicklungspotential, diese Co-Kreation auch in der digitalen Kommunikation stärker einzusetzen. Noch werden in vielen den meisten Fällen, mehr oder weniger lustige Werbesager neben den bewährten klassischen Kanälen auch auf Facebook & Co gepostet.

Was aber wäre, wenn das Web tatsächlich für die „Co-Creation“ bei der Urlaubsplanung eingesetzt wird, nein, nicht mehr die mühsamen Emails sondern Google Wave, ein Blog, Google Moderator?
Wenn der Hotelier die Vorlieben des Gastes aufgrund einer kurzen Analyse des Web-Activity Streams bereits vor der Anreise kennt und so ein paar kleine Überraschungen parat hat?
Wenn ein Destinations-Wiki das Info-Selfservice erleichtert und man nicht auf zig Webseiten die Daten mühsam zusammensuchen muss?

All diese Webtools stehen uns bereits heute zur Verfügung, was wir (noch) nicht gelernt haben ist der effektive und effiziente Einsatz der Instrumente, warum ist das so?

Warum gibt es soviele Hürden beim Switch auf die neuen Tools? (rechtlich, intrapersonell, …)
Warum sind wir veränderungsresistent und erkennen die effizienzsteigernden Chancen zu selten?
Was bedeutet für die Mitarbeiter die neue Transparenz der Beratungsaktivitäten?
Welche Auswirkungen hat dies auf das Management eines Unternehmens, welche auf die Eigentümer?

Oder ist das alles eh wieder nur „so eine Modeerscheinung“… fragen wir Dion Hinchcliffe:

8 Comments

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  1. Ich denke, dass es für die meisten Anbieter, gerade bei kleinen Pensionsbetrieben besser wäre gemeinsam auf einer Plattform vertreten zu sein, denn ich mache leider immer wieder die Erfahrung, dass zwar eine Internetseite vorhanden ist, diese aber nicht gepflegt wird. Diese Plattform sollte dann sämtliche Neuerung des Web 2.0 anbieten.

  2. Bitte das nächste mal die Kamera ruhig halten😉 Irgendwie ist auch die Einstellung beängstigend, der Kerl wird in der „frontalen“ interviewt… Oder ist das so eine Web 2.0-Mode? gggg

  3. @Dietmar: ich sehe hier auch großes Kooperationspotential – sowohl horizontal wie auch vertikal
    @McNet: shame on me… nein, keine Mode 2.0 sondern schlicht: schlechteste Kameraführung😉 Tipp: mit jedem Mal Video anschauen sinkt das beängstigende Gefühl, nach 4-5x ist Dion direkt sympathisch😉
    DANKE FÜR DIE KRITIK.

  4. Man hat dafür das Gefühl den Herrn Hinchcliffe persönlich zu interviewen😉

  5. Hallo Reinhard,

    Toller Artikel, scheinbar auch eine gute Veranstaltung dahinter, super. Zum Thema Netzwerk und Netzwerkeffekte habe ich vor einiger Zeit mal ausführlich gebloggt:

    http://www.tourismuszukunft.de/2009/10/destination-networks-dmo-destination-management-organisation-netzwerktheorie-nettzwerkansatz/

    Aus dem Artikel geht hervor, dass Destinationen ihre Effizienz und die Effizienz des Tourismus in Österreich als Gesamtes noch steigern können sollten, wenn mehr Netzwerkverständnis herrschen würde.

    Zudem glaube ich, glauben wir von Tourismuszukunft, auch daran, dass Social media beim Thema Netzwerk eine zentrale Bedeutung als Innovationsträger einnimmt:

    http://www.tourismuszukunft.de/2010/05/destinationsorganisationen-als-innovations-und-qualitaetsmanager-welche-rolle-kann-social-media-spielen/

    In diesem Sinne – ich hoffe ich konnte noch den einen oder anderen Aspekt beitragen.

    LG Daniel

  6. Vielen Dank für diesen Blogeintrag, ich arbeite mich gerade in dieses Thema ein und sauge sozusagen so viel Informationen wie möglich auf, da kommt dieser Artikel mehr als gelegen!

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