Hat Inszenierung im Tourismus eine Bedeutung?

Letzte Woche hatte ich ein freundliches Streitgespräch zum Thema Inszenierung im Tourismus. Inszenierung wurde dabei explizit als Verkitschung und Verkünstlichung verstanden und abgelehnt. Das Echte, Ursprüngliche und Authentische wurde als Gegenkonzept und zukünftiger Erfolgsfaktor im Tourismus beschworen.

Wenn ich dies mit den Erkenntnissen von selektiver Wahrnehmung oder der Theorie des Konstruktivismus … aber, wurscht….

Für mich ist jede Gartengestaltung, jedes Adventskranz aufstellen, der Einsatz von Weihrauch oder auch das Anziehen der Tracht eine Art der Inszenierung – nämlich einer bewussten, zielgerichteten Darstellungsform.

Aus meiner Sicht ein das Kernelement in der touristischen Angebotsentwicklung.

Auf dieses bemerkenswerte Beispiel einer Lichtinszenierung wurde ich durch Arno Abler aufmerksam, vielen Dank.

Keine Ahnung was dast kostet, vielmehr interessiert mich ja, ob ich mit der Befürwortung von Inszenierung im Tourismus tatsächlich auf dem Holzweg bin?  Erinnert sich jemand an unvergesslich schöne/grausliche touristische Inszenierungsbeispiele?

7 Comments

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  1. Ich denke genauso wie Du, Reinhard. Der Wunsch des Touristen nach Authentizität erfordert vom Anbieter immer eine Art der Inszenierung. Das Bild über ein Urlaubserlebnis in unseren Köpfen ist immer geprägt von einer gewissen „Verklärung“!

    Ohne Inszenierung wäre manche Destination um ihr Kernelement beraubt!

    Ein schönes Beispiel für Licht-Inszenierungen hat dieses Jahr auch auf dem Schloss Rheinfels stattgefunden. Die Burganlage wurde vom französischen Künstler Skerzo komplett iluminiert. Ein Video von der Rheinpartie gibt es hier:

  2. Ich schliesse mich meinen beiden Vorrednern an. Tourismus ist in vieler Hinsicht inszeniert. Von den Vorstellungen, die das Marketing weckt, bis zu deren Realisierung vor Ort.
    Ich kann auch gar nichts Schlechtes daran finden – schliesslich ist ein großer Teil unseres Lebens bewusste oer unbewusste Inszenierung.
    Klassisches und einfaches Beispiel sind Themenführungen, Führungen in historischen Kostümen – all das.
    Vielleicht die schwierigere Frage – wie sähe ein Tourismus ohne Inszenierung aus? Geht das überhaupt?

  3. ich schließe mich ebenfalls an- dasruhrgebiet ist voller lichtinszenierungen, beispiel landschaftspark duisburg nord, beispiel lichtkunstmuseum in unna. es muss nur gut sein, es muss passen. ein dirndl in hamburg anziehen, eine „römerführung“ an einem ort wo keine römer waren- das würde nicht passen. aber wo es passt, trägt es zum positiven erfahrung der reise bei.

  4. „Unter Inszenierung (von griechisch σκηνή, skene: zu deutsch eigentlich „Zelt“) versteht man das Einrichten und die öffentliche Zurschaustellung eines Werkes oder einer Sache. […] Im weiteren Sinne kann auch jede andere Form der bewusst eingerichteten Darstellung als Inszenierung bezeichnet werden.“ meint Wikipedia dazu … Ist doch klar eine Säule unserer täglichen Arbeit, oder nicht?

    Ein gutes Beispiel für mich sind die Springbrunnen vor dem Bellagio in Las Vegas – über 9000 Ergebnisse bei youtube beweisen die Wirksamkeit!

    http://www.youtube.com/results?search_query=bellagio+fountains&search_type=&aq=f

  5. Inszenierung vom Tourismus ist ein interessantes Thema. Ohne dem würde das Reisen nur wenig Spaß machen. Ich meine hier natürlich schon anspruchsvollere Reisen und keine Ballermann 6 Reisen. Aber auch das hat eine eigene Inszenierung.
    Eine sehr schöne Inszenierung von Reisen findet man oft bei Städte- udn Studienreisen.

  6. 2 der perfektesten Urlaubsdestinationen weltweit sind Las Vegas und das Kreuzfahrtschiff im Allgemeinen- beide leben NUR von Inszenierung und boomen seit Jahren. Also kann Inszenierung nicht so falsch sein. Sie muss nur passend zur Zielgruppe gestaltet sein.

  7. Inszenieren verstehe ich mehr als „DAS in Szene setzen WAS MAN HAT“, also das bereits vorhandene enfach betonen. So verstanden steht der Begriff auch nicht gegen die Authentizität.

    Anders „inszeniert“ sind dann Destinationen wie Ischgl oder auch Las Vegas. Hier werden Sachen hingeholt die nicht mit der eigentlichen Geschichte, Kultur, Architektur, etc. zu tun haben. Was nicht bedeuten soll, dass wenn sauber und gut gemacht nicht erfolgreich!
    Noch zur Verteidigung von Las Vegas: irgendwie hat dort das Glückspiel auch schon Geschichte, insofern vielleicht ein nicht so gutes Beispiel wie Ischgl🙂

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