Tourismusmarketing 2.0 in Facebook

Tourismuszukunft ist ein aufmerksames Team, welches die Entwicklung des Tourismus und seiner Stakeholder im Allgemeinen sowie in Bezug auf Social Media aufmerksam beobachtet – danke Florian, Daniel und Jens. Ihre Beiträge informieren, motivieren und regen an, die Dinge zu hinterfragen.

Aktuell hat Florian einen Facebook Eintrag von meinem Kollegen Lukas Krösslhuber gefunden. Lukas ist Tourismusdirektor der Region Kitzbühler Alpen Tourismusmarketing GmbH. Er informiert die Mitglieder der Skiwelt Fanpage über die Saisoneröffnung.
Dass er der dortige Tourismusdirektor ist, wissen wohl nur die Insider.

Wenn ein Gast diese Information reinstellt, dann ist es word-of-mouth. Wenn der Tourismusdirektor das tut, dann ist es Werbung. Sollte diese gekennzeichnet werden?, ist dies ethisch korrekt?, wohin führt die Vermischung von Persönlichkeit und Geschäft? fragt Florian.

Meine Meinung zu diesem Thema:

1) Vermischung von Persönlichkeit und Geschäft ist ein Zustand, der bereits vor der Industrialisierung Standard war, die Trennung von „Arbeit“ und „Privat“ kam erst mit Einführung der Fabriken. Sowohl im Agrarsektor, bei den Handwerkern und den fahrenden Händlern war die Persönlichkeit Teil für den Verkaufserfolg.

2) Der Mensch ist ein soziales Wesen. Veränderungen in der Ausbildungs- und Arbeitswelt, im Wohn- und Lebensstil haben auch Auswirkungen auf die Befriedigung der eigenen sozialen und emotionalen Bedürfnissen. Immer mehr Menschen suchen in der Arbeitswelt jene emotionale Befriedigung, die sie zu Hause nicht vorfinden (Stichwort: Singlesierung der Haushalte)

3) Die technische Entwicklung erleichtert die Beziehungspflege enorm, aber das brauch ich der Leserin dieser Zeilen echt nicht weiter ausführen…

Für uns Mitarbeiter in Tourismusorganisationen wird es ein zentraler Erfolgsfaktor, wie gut wir in diesen Netzerken agieren und auch emotionale Befriedigung schaffen. An erster Stelle steht das Zuhören um die wirklichen Bedürfnisse zu erkennen. Dann sollten wir entsprechende Lösungen (= maßgeschneiderte Angebote) entwickeln und anbieten. Drittens kann durch eine regelmäßige Kommunikation die Beziehung und Reputation positiv beeinflusst werden.

Im Selbstversuch gebe ich auch den einen oder anderen Tipp für unsere Region in sozialen Netzwerken ab. Dabei weise ich im ersten Satz darauf hin, dass ich Tourismus-Mitarbeiter der Region bin. Im Vergleich zu anderen Postings (Tipps von anderen Reisenden) kommt mir oft vor, meine Postings wirken zu werblich.

Das hängt aber wieder mit meinem Wissen zusammen. Wenn jemand ein Familienskigebiet für kleine Kinder sucht, kann ich natürlich gleich das volle Programm liefern, nämlich: Charakteristik der Skihänge, Telefonnummern und Webseiten aller Skischulen, sonstige Familienangebote mit Link usw….

Für mich ein Service, für den „Suchenden“ in der Nachlese und im Vergleich wirkt das Post aber meist wie ein „Ferienprospekt“.
Im Wording und im Management der „feeds&flows“ gibt es aus meiner Sicht noch ein Lernpotential. Für Mitarbeiter in Tourismusorganisatonen und -betrieben, sicher aber auch in anderen Branchen.

Meine Kolleginnen und ich sehen große Chancen im Einsatz von Social Media noch effizienter und besser Nutzen für Gast und Gastgeber zu schaffen. Wie wir das machen wollen?

zuhören, wertschätzen, inspirieren.

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1 Comment

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  1. ich würde auch sagen, es ist nichts dabei, wenn man als mitarbeiter der tourismusdestination unterstützung anbietet, wie es hannes treichl bei seiner crowdsourcing präsentation am beispiel der stadt salzburg gezeigt hat. wenn man auf nachfragen einsteigt, kann man sicher kurz anbringen, dass man mitarbeiter ist, denn dann ist man ja schon quasi ausgewiesener experte.

    aber werbung bzw. verweis auf events oder ähnliches würde ich auf jeden fall „markieren“, rein für die transparenz. und dabei auch gleich das wording entsprechend anpassen, dass es nicht so nach copy/paste aussieht, da gebe ich dir auf jeden fall recht.

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