Archiv des Autors: Martin Schobert

Gedanken … – und ein neues Reiseblog

Im Hier und Jetzt leben. 5 einfache Worte – ebenso einfach hinschreibbar. Und doch ist es so schwer diesen kurzen Satz auch zu leben. Zumindest mir fällt es dzt. wieder nicht leicht, obwohl ich vieles schon verinnerlicht habe:. Die Vergangenheit ist für mich passiert, die kann ich ohnehin nicht ändern.  Ich bin vielmehr ein Mensch der Zukunft. Und weiß, dass ich diese heute, hier und jetzt gestalte. So wie diese Zeilen.

So weit so gut. Dennoch werden viele mein Dilemma kennen: Meine Gedanken kreisen um irgendeine sinnleere Situation in der Zukunft. Seit Tagen verfolgt mich irgendein wenig wichtiges Geschehen, das vielleicht irgendwann eintreten wird. Wie ein lästiges Insekt, das man nicht verjagen kann, das vielleicht einmal kurz weg ist aber dann doch wiederkommt und neuerlich nervt. Absurd: deshalb kostet mir das ganze heute schon Energie, obwohl die Situation in der Zukunft möglicherweise gar nicht eintritt. Aber genau das ist der Grund, warum es trotzdem Realität werden wird. Weil meine Gedanken von heute die Realität von morgen gestalten werden. Fazit: “Schlechte” Gedanken nicht ignorieren, sondern der Geschichte den Wert geben, den sie hat. Nämlich einen unwichtigen. Vor allem aus heutiger Sicht.

Besser ist es jene besonderen, bleibenden Erlebnisse wertzuschätzen an die man sich gerne erinnert, weil sie eben einen hohen Wert haben. Also – worauf warte ich?

In meinem Fall geht es um einen besonderen Menschen den ich als Touristiker kennengelernt habe. Ein Journalist, dessen Edelfeder, Kompetenz aber v.a. sein Stil, seine ehrliche, tiefe, direkte und humorvolle Art ich besonders wertschätze. Karl-Heinz Jeller, Ressortleiter Reise im Kurier (Anm.: der nach der Krone noch immer mit Abstand zweit-meist gekauften Tageszeitung Österreichs – und das bleibt auch die nächste Zeit noch so – definitiv). Vor ein paar Wochen hat er mich gefragt, wie das denn so sei mit dem “Bloggen”, er glaube nämlich, es sei nun an der Zeit, sich selbst drüber zu wagen. Und keinesfalls wollte er nur einfach Reportagen ins “neue” web kopieren. Seine Frage lautete: “Was braucht man um authentisch Bloggen zu können?”  Meine Antwort: “Man muss bloggen!”

Blogger erzählen Geschichten die andere einfach interessieren. So wie Karl-Heinz Jeller auf seinem neuen Blog REISEN by Karl-Heinz Jeller. Prägnanter geht es kaum. Reisen ist nämlich nicht nur sein Beruf, sondern definitiv auch seine Berufung. Ah doch, es gibt noch etwas witzigeres - ESSEN mit Karl-Heinz Jeller: Mehrmals pro Woche trifft er sich mit Chefs und Agents der Reisebranche zum Essen. Die interessantesten Aspekte der interessantesten Gespräche mit den interessantesten Gesprächspartnern plant er dort zu skizzieren: Neues, Lustiges, Ernstes, Verrücktes, Privates, Intimes, Unglaubliches . . . Humorvolle Idee, v.a. weil JEDER Touristiker mit dem Kurier-Reisechef Essen gehen möchte! Ich bin gespannt aber auch sehr zuversichtlich, dass die Umsetzung seines Blogs in den nächsten Monaten auch so schonungslos direkt sein wird, wie seine Art eben ist.

Um die Geschichte nun zu einem Ende zu bringen und den guten Gedanken abzuschließen: Warum ist das Ganze nun so eine bleibende Erinnerung für mich? Weil REISEN by Karl-Heinz das erste “fremde” Tourismusblog-Baby Österreichs ist, bei dem ich ein wenig mitgeholfen habe es auf die Welt zu bringen.  Und das ist definitiv ein schöner Gedanke.

Mut, Konsequenz und Sympathie

Mir ist schon klar, bei manchen Kunden fällt es wohl schwer sich liebevoll um sie zu kümmern, wie dieses Beispiel zeigt …

 

Doch dann las ich unlängst in einem Interview: “Den meisten Dienstleistern fehlen 3 Dinge – Mut, Konsequenz und Sympathie. Sie haben nicht den Mut anders zu sein als die Konkurrenz. Ihnen fehlt es an Konsequenz, gute Ideen auch wirklich umzusetzen. Und sie schaffen es nicht, dem Kunden ein Lächeln auf die Lippen zu zaubern.”

Daniel Zanetti, ein Verkaufscoach, war der Interviewte und die Journaille die Jänner-Ausgabe des Harvard Business Magazines. Es ging um “effiziente Kundenbindung” und er gab dabei eine Menge wesentlicher Dinge zum Besten, die v.a. auch für uns touristische Dienstleister von großer Bedeutung sind, z.B. dass Newsletter, Weihnachtsbriefe oder Rabattkarten hingegen mit Kundenbindung nichts zu tun haben, in vielen Fällen von diesen sogar abgelehnt werden. Genial fand ich seine durchaus unbequeme Darstellung der “drei Wege um Kunden zu binden”: Bestechung, Erpressung oder über Verführung.

Unter Bestechen verstand er z.B. “Zwei für Eins”-Angebote, die nur Unverständnis oder ein Image minderer Qualität beim Kunden wecken, denn warum sollte ein gut gehendes Unternehmen ein ebensolches Produkt herschenken?

Unter Erpressung führte er die zahlreichen Mobilfunkanbieter als Beispiel an: “Sie bekommen Ihr Handy geschenkt, aber nur wenn sie 2 Jahre bei uns bleiben. Können Sie mir erklären was das mit Kundenbindung zu tun haben soll?”

Verführen von Kunden ist das günstigste und effizienteste Erfolgsrezept, die wichtigsten Zutaten dazu sind Verblüffung und Emotion. Er empfiehlt “Streicheleinheiten, Zärtlichkeiten an Kunden zu vergeben”. Zitat: “Viele Menschen werden zu Hause nicht in den Arm genommen, sehnen sich nach einem tollen, warmen, emotionellem Erlebnis. Das kann auch jemand geben, der sich so liebevoll um sie kümmert, wie wenn es um den wichtigsten Kunden der Welt geht.”

Ist doch einfach schön. Und ebenso einfach praktisch umsetzbar.