Archiv für den Monat April 2008

Ist Blog lesen schon wie Zähneputzen?

Wieviel Prozent der Europäer putzen sich täglich 2x die Zähne? Keine Ahnung, viel interessanter scheint mir auch, dass laut einer Studie von Universal McCann die Zahl der regelm. Blogleser von 55% im Sept 06 auf 73% im März 08 gestiegen ist. Noch imposanter die Zahl der Menschen die regelmäßige Videos im Internet anschauen – aktuell rund 82%.

Bei den Bloglesern rangieren Persönliche Tagebücher auf Platz 1 (63,5%) die Blogs von Freunden und Familie auf Platz 2 (39%). Jetzt gehe ich mal davon aus, das ein Urlaub durchaus berichtenswerte Erlebnisse beinhaltet – somit liege ich mit der These, dass Blogs in Zukunft mit Abstand das wichtigste Informationsmedium (Werbemedium?) für Feriendestinationen werden, vielleicht gar nicht so falsch?

22 % der Befragten geben weiters an, wenn sie Blogs lesen lesen sie (auch) über das Thema “Travel” – na Bumm.

Heißt das, ein Blog wird selbst zur Destination? Für Stammgäste? Für Communities?

Eine Empfehlung aus der Studie: [...] Use Social Media and create an experience [...]
Leicht geredet, die Umsetzung erfordert mehr, Wissen, Passion, Leidenschaft.

gefunden bei: Jung von Matt

Managing Feeds and Flows

Longtail

Wie die Longtailtheorie auf das Informationsverhalten im Tourismus anwendbar ist, das hat William Bakker mal ganz schön aufgearbeitet. Früher gab es Reiseführer die von wenigen Verlagen oder Ortskataloge die von Verkehrsvereinen, erstellt wurden. 64 Seiten – aus. Dann kam das Internet und es standen kostengünstig tausende Informationsseiten zur Verfügung – das ganze auch noch mit günstigen Vertriebskosten. Die Aufgabe der Tourismusorganisationen lag vor allem darin, Content zu liefern. Inhalte für eigene Publikationen oder die von Partnern wie Reisemagazinen, Reiseveranstalter Katalogen usw…

Durch die Weiterentwicklung hin zum Mitmachweb für Nicht-Techniker explodiert die Zahl der Gäste, die zum Content-Provider im Netz werden. Urlaubsbilder auf FlickR, Hotelbewertungen, persönliche Eindrücke in Blogposts und Foreneinträgen bringen die Kraft der Mund-zu-Mund Werbung ins weltweite Netz und beeinflussen den Tourismus wie nie zuvor.

Für das Tourismusmanagement stellen sich hier neue Herausforderungen. Zur bisherigen Aufgabe, Informationen zu publizieren, kommt es im erfolgreichen Destinationsmanagement auch darauf an, die dezentralen Informationen zu bündeln, managen und kommentieren.

Das fordert vor allem die Mitarbeiter in den Tourismusorganisationen. Waren diese bisher die zentralen Träger der relevanten Informationen welche via Telefon oder in den Informationsbüros an Gäste weitergegeben wurden, so präsentierten heute die Suchmaschinen dieselben Informationen, angereichert mit persönlichen Emotionen und Erlebnissen von unterschiedlichen Menschen.

Das Managen dieser individuellen Urlauber-Stories als Informationsquelle für potentielle neue Gäste scheint eine der zentralen Erfolgsfaktoren für das Destinationsmanagement der Zukunft zu sein. Wir bereiten gerade die Geburt eines Destinationsblogs vor. Ein heterogenes Team sucht bereits Geschichten vor Ort, ich hab heute mal ein wenig bei Youtube geschaut. So ein Destinations-Vlog sollte regelmäßig gepflegt, kommentiert und verteilt werden. Ganz neue Aufgaben, aber interessant. Sehr.